Vor einem Jahr war Schluss mit lustig.
Jetzt sollen die Klinik-Clowns zu den Kindern zurückkehren.
Friseur-Innung engagiert sich
Vergangenes Jahr war Schluss mit lustig. Bims und Mine, die beiden Klinik-Clowns, muss-
ten ihre Besuche bei den kranken Kindern in der Bochumer Uni-Kinderklinik einstellen.
Der Grund: fehlendes Geld. Jetzt soll alles daran gesetzt werden, Bims und Mine wieder
auf die Beine zu bringen. Ein erster großer Schritt ist gemacht: Die Frisörinnung Bochum
engagiert sich für die Klinik-Clowns. Zunächst machen 23 Friseurläden mit.
Sie richten „Nasentankstellen" in ihren Betrieben ein, an denen Kunden einen Euro (oder
auch mehr) gegen eine rote Nase tauschen können. Das Geld soll gesammelt und in das
Clown-Projekt gesteckt werden. Vor sieben Jahren hatte der Herner Verein Circus Schnick-Schnack
das Clown-Projekt initiiert. Schnick-Schnack setzt sich jetzt dafür ein, dass die Clowns bald wie-
der für spaßige und Mut machende Momente in der Kinderklinik unterwegs sein können.
„16 000 Euro müssen für ein Jahr zusammenkommen", sagt Rainer Deutsch,
Geschäftsführender Vorstandsvorsitzender von Schnick-Schnack.
Um die Verwaltung kümmere sich der Circus, „sonst wäre das Projekt 4 000 Euro teurer".
Dass Bims und Mine im August vergangenen Jahres zum bis heute letzten Mal an die
Türen zu den kleinen Patienten der Kinderklinik geklopft haben, war abzusehen: „Uns
haben Spenden gefehlt", sagt Rainer Deutsch. Dank einer größeren Sammelaktion des
Bochumer Stadtmarketings auf dem Weihnachtsmarkt 2007 sei noch einmal ein halbjähriges
Aufbäumen möglich gewesen, dann war der vorerst letzte Vorhang in der Kinder-
klinik gefallen. Bims und Mine steckten ihre roten Nasen fort- an nicht mehr in die Patienten-
zimmer. Zwischen 1 500 und 2 000 Kinder hatten sie zuvor Jahr für Jahr in der Klinik
erreicht, sagt Rainer Deutsch. Woche für Woche vier Stunden lang seien sie an den
Krankenlagern unterwegs gewesen.„Wir sprechen uns immer sehr eng mit den Schwestern
vor und nach unserer Clown-Visite ab", sagt Simone „Mine" Faßnacht.
Oft könne durch die heiteren Stunden am Krankenbett die Behandlung unterstützt werden,
Ängste vor einer OP oder die Einsamkeit würden so erträglicher. „Man kann Mine und Bims
nicht mit den Clowns vergleichen, die in der Manege auftreten", sagt Rainer Deutsch.
Mit „Frontal-Bespaßung" habe das auch nichts zu tun. Die beiden Clowns seien speziell
für Krankenhausarbeit geschult, „sie gehen nach Gesprächen mit dem Pflegepersonal
sehr individuell auf jedes Kind ein". Weitere Infos zu den Klinik-Clowns gibt's im Internet.
www.schnick-schnack.de
Quelle : WAZ BOCHUM Donnerstag, 1. Oktober 2009
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